ARTENVIELFALT IM FOKUS IM NATURPARK ROSALIA-KOGELBERG
Kurzbeschreibung des Projektes:
Wie der Titel des Projektes “Artenvielfalt im Fokus” schon vermuten lässt, setzt der jüngste Naturpark des Burgenlandes den Schwerpunkt auf Biodiversität in jeglicher Hinsicht. Von der Schmetterlingskartierung auf ausgewählten Flächen, der Teilnahme an Fachveranstaltungen (e.g., Amphibienwanderung, Zwergohreulenzählung), die Pflege und Kontrolle der Zwergohreulen-Nistkästen oder der Erhalt wertvoller Flächen
durch z.B. Pflegeeinsätze – Artenvielfalt steht ganz klar im Mittelpunkt.
Des Weiteren wird in diesem Projekt Natur- und Umweltschutz und Bewusstseinsbildung vor allem bei unseren zertifizierten Naturpark
Bildungseinrichtungen als auch bei der Bevölkerung großgeschrieben. Seien es diverse projektbezogene Tätigkeiten mit den Naturparkschulen, -kindergärten und -kinderkrippen, die naturkundliche, barrierefreie Wanderung oder Veranstaltungen für die Bevölkerung – Themen wie Biodiversität, Arten-, Natur- und Umweltschutz werden spielerisch, altersangepasst und fachgerecht aufbereitet und der jeweiligen Zielgruppe
vermittelt.
Auch die projektbezogene Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit hat in diesem Projekt einen hohen Stellenwert, um so vielen Menschen wie möglich die Kernthemen des Projektes näher zu bringen. Hierfür stellen die Social Media Kanäle, die Homepage und der Newsletter des Naturparks als auch Presseartikel wichtige Instrumente dar. Der Naturpark, dessen Aufgaben und Ziele, Leitarten, geschützte Tier- und Pflanzenarten, Schutzgebiete und deren Bedeutung, Naturjuwele etc. sollen in Form von Videos (Reels, Shorts…) und Beiträgen dem breiten Publikum präsentiert werden.
Die Schwerpunkte der Projektes sind:
- Organisation und Durchführung von Katierungsarbeiten zum Schutz und Erhalt gefährderter Arten
- Durchführung von Biodiversitätsprojekten
- Erhalt, Förderung und Wiederherstellung von wertvollen Flächen
- Umsetzung von Bildungsmodulen mit Fokus auf Artevielfalt, sowie Natur- und Umweltschutz mit den Naturpark-Bildungseinrichtungen
- Organisation von bewusstseinsbildenden Maßnahmen für die Bevölkerung
- Projektbezogene Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit
Biodiversitätsexpertin Sandra Wallner, MSc.
von Jänner bis Juni 2025
Biodivexperte Florian Struger
von Juli bis Dezember 2025
Hier einige Aktivitäten zum Nachschauen
Schmetterlings Monitoring
Kurze Beschreibung:
Der Naturpark Rosalia-Kogelberg wurde 2006 gegründet und ist somit der jüngste Naturpark des Burgenlandes. Der Naturpark liegt am Ostrand des Wiener Beckens und die Landschaft ist durch die Gebirgszüge des Ödenburger- und des Rosaliengebirges, sowie durch das Wulkatal gekennzeichnet. Er umfasst 12 Gemeinden und hat eine Größe von 7.500 ha. Wichtige Lebensräume sind Streuobstwiesen und Wald, Mager/Trockenrasen, Feuchtwiesen und Weingärten. Zu zwei nationalen Unterschutzstellungen sind zwei große Gebiete des Naturparks ins europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 200 eingebunden. Die klimatisch besondere Lage zwischen Pannonikum im Osten und gemäßigtem Klima und Alpeneinflüssen aus dem Westen bringen der Region Rosalia ein breites Spektrum an Tier- und Pflanzenarten ein. Diese trocken-warmen Lebensräume ziehen zahlreiche Arten an, die sonst nur in den weiter südlichen Gegenden zu finden sind und somit zu den mediterranen Floren- und Faunenelementen zählen (https://www.rosalia-kogelberg.at/portfolio/rosalia-kogelberg/, aufgerufen am 09.04.2025).
Der Naturpark Rosalia-Kogelberg hat bisher keine eigenen Kartierungsarbeiten durchgeführt. Die Verfasserin widmet sich seit 2019 dem Erhalt und der Förderung der Biodiversität im Naturpark. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass gerade bei Basisdaten noch erheblicher Nachholbedarf besteht. Vollflächige Kartierungs- und Monitoringdaten von gefährdeten Arten sind Mangelware und bestehen nur in Fragmenten von unterschiedlichen Institutionen. Die Erstellung von aktuellem und wissenschaftlich aussagekräftigem Datenmaterial dient als Basis für Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen in den sensiblen Naturschutzgebieten des Naturparks. Ziel dieser Kartierungsarbeit ist die Erfassung der Schmetterlingsarten auf ausgewählten Flächen im Naturpark, um Basisdaten zu erheben und so den Grundstein für zukünftige Kartierungsarbeiten bzw. Monitorings im Naturpark Rosalia-Kogelberg zu legen.
Woche der Artenvielfalt
Entdecken – Staunen – Schützen: Vielfalt in der Natur erleben!
Die Artenvielfalt im Pflanzen- und Tierreich bildet die Grundlage für eine gesunde und lebendige Natur. Sie sorgt für fruchtbare Böden, Nahrung, sauberes Wasser und ein stabiles Ökosystem. Doch unsere Natur ist im Wandel – viele Arten und ihre Lebensräume sind bedroht.
Doch was bedeutet Biodiversität genau? Welche Tiere und Pflanzen leben in unserer Umgebung? Was unterscheidet Wiese, Hecke, Streuobstwiese und Wald– und warum ist gerade die Vielfalt an Lebensräumen so wichtig für das Überleben vieler Arten? Diese und viele weitere Fragen standen im Mittelpunkt der Woche der Artenvielfalt im Naturpark Rosalia-Kogelberg. Gemeinsam mit Expert:innen und Naturvermittler:innen gingen die Kinder an spannenden, kindgerechten Erlebnisstationen auf Entdeckungsreise: Sie lernten verschiedenste Lebensräume kennen, begegneten Tieren und Pflanzen hautnah, erfuhren, wie man Natur mit offenen Augen erlebt und welchen Beitrag jeder einzelne von uns für den Schutz der Natur leisten kann.
Im Rahmen der Veranstaltung der BDE wurde eine spannende Erlebnisstation eingerichtet, die den Lebensraum Streuobstwiese für die teilnehmenden Kinder erlebbar machte. Ziel war es, den Forschergeist der Kinder zu wecken und ihnen die vielfältige Natur direkt vor ihrer Haustür näherzubringen. Die Station bestand aus zwei zentralen Elementen:
Lauf- und Suchspiel: Die Kinder erkundeten die Streuobstwiese aktiv durch ein interaktives Lauf- und Suchspiel. Dabei konnten sie verschiedene Pflanzen, Tiere und andere Naturgegenstände entdecken und kennenlernen. Dieses spielerische Herangehen förderte die Neugier und das Bewusstsein für die Bedeutung der Streuobstwiese als wertvollen Lebensraum.
Forschungsstation: Ergänzend dazu wurde eine Forschungsstation eingerichtet, die mit Mikroskopen, Präparaten und einer Vielzahl von Fundstücken ausgestattet war. Die Kinder hatten die Möglichkeit, die gefundenen Gegenstände genauer zu untersuchen, zu präparieren und so einen Einblick in die Welt der Naturwissenschaften zu gewinnen.
Durch diese abwechslungsreiche Gestaltung wurde die Natur vor der eigenen Haustüre erlebbar gemacht. Die Kinder konnten spielerisch und experimentell die Vielfalt und den Wert der Streuobstwiese entdecken, was das Bewusstsein für den Naturschutz und die Bedeutung lokaler Lebensräume stärkte. Insgesamt war die Erlebnisstation ein voller Erfolg, da sie sowohl Spaß als auch Bildung miteinander verband und die Kinder motivierte, die Natur aktiv zu erforschen und zu schützen.
Saftpressaktion in den Bildungseinrichtungen
Passend zum Herbst und zur Reife der Äpfel wurde in acht Naturpark-Bildungseinrichtungen ein abwechslungsreiches Programm rund um den Lebensraum Streuobstwiese angeboten. Die Kinder begaben sich dabei auf eine spannende Entdeckungsreise in eine traditionelle Kulturlandschaft voller Leben.
In kindgerechten Einheiten erfuhren sie, warum Streuobstwiesen so wertvoll sind und welchen Beitrag sie zum Schutz zahlreicher Tier- und Pflanzenarten leisten. Im Anschluss durften die Kinder selbst aktiv werden: Mit einer manuellen Saftpresse wurden die geernteten Äpfel zu frischem, köstlichem Apfelsaft verarbeitet.
Durch die gelungene Verbindung von Wissen und praktischem Tun konnten die Kinder mit allen Sinnen erleben, wie wichtig der Erhalt von Streuobstwiesen ist. So wurde Natur nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar gemacht.
Video-Projekt
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Naturparks Rosalia-Kogelberg wurden fünf Videos zu unterschiedlichen biodiversitäts- und naturschutzrelevanten Themen erstellt und über die Social-Media-Kanäle des Naturparks veröffentlicht. Die kurzen, prägnanten Videobeiträge dienen dazu, komplexe Inhalte anschaulich und leicht verständlich aufzubereiten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Thematisch decken die Videos ein vielfältiges Spektrum ab – von der Bedeutung der Artenvielfalt über konkrete Schutzmaßnahmen bis hin zu Tipps für nachhaltiges Verhalten im Alltag.
Durch die Nutzung moderner Kommunikationsformate wie Reels wird insbesondere eine jüngere Zielgruppe erreicht, die über klassische Informationskanäle nur schwer angesprochen werden kann. Die Videos tragen dazu bei, das Bewusstsein für Natur- und Umweltschutz zu stärken, die Attraktivität des Naturparks zu erhöhen und die Bevölkerung aktiv in die Themen des Naturparks einzubinden. Gleichzeitig fördern sie die Sichtbarkeit des Naturparks in den sozialen Medien und unterstützen die langfristige Strategie, Biodiversität und Nachhaltigkeit als zentrale Werte zu vermitteln.
Damit leisten die erstellten Videos einen wichtigen Beitrag zur Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit des Naturparks Rosalia-Kogelberg und tragen wesentlich dazu bei, die Ziele im Bereich Natur- und Umweltschutz wirkungsvoll und zeitgemäß zu kommunizieren.
Er wirkt wie ein Vogel aus fernen Ländern – doch der Bienenfresser ist ein echter Europäer. Mit seinem farbenprächtigen Gefieder zählt er zu den auffälligsten Vögeln unserer Landschaften. Von Mai bis September ist er in den warmen Regionen Ostösterreichs zu beobachten, wo er elegant nach Insekten jagt und in selbstgegrabenen Bruthöhlen lebt. Künstliche Brutwände, wie jene im Naturpark Rosalia-Kogelberg, helfen dabei, diesen faszinierenden Vogel zu schützen. Der Bienenfresser erinnert uns daran, wie wichtig intakte Lebensräume für den Erhalt unserer Artenvielfalt sind.
Die Rohrbacher Teichwiesen sind ein echtes Naturjuwel am Fuße des Rohrbacher Kogels. Entlang eines rund sechs Kilometer langen, barrierefreien Rad- und Spazierwegs eröffnen sich vielfältige Lebensräume wie Schilfflächen, Feuchtgebiete, Weingärten und Streuobstwiesen. Seltene Vogelarten, Amphibien und idyllische Rastplätze machen das Schutzgebiet zu einem besonderen Ort für Naturbegeisterte – zu jeder Jahreszeit.
Der Naturpark Rosalia-Kogelberg verbindet Mensch und Natur: Streuobstwiesen, Teiche, Wälder und Weingärten schaffen Lebensräume für Tiere und Pflanzen – ein Ort für Naturerlebnis, Bildung und nachhaltige Zukunft.
Der 87 km lange Eulenweg verbindet die zwölf Gemeinden des Naturparks Rosalia-Kogelberg und führt durch abwechslungsreiche Kulturlandschaften. Ergänzt wird er durch den 7 km langen barrierefreien Rundweg Teichwiesen, ein artenreiches Naturschutzgebiet. Erlebnisstationen, taktile Schilder und gut ausgebaute Wege machen den Eulenweg für alle zugänglich – Naturerlebnis ohne Barrieren.
Rund um das Donatuskreuz in Marz wurden 2025 drei Hektar Land gesichert und zu einem lebendigen Naturschutzgebiet entwickelt. Mit Amphibientümpeln, einer Bienenfresserwand und vielfältigen Lebensräumen entsteht hier ein Ort, an dem Artenvielfalt geschützt und erlebbar wird – ein starkes Zeichen für die Zukunft unserer Natur.
Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft











