Naturparkschulen & -Kindergärten

Gemeinsam in die Zukunft!

Das Konzept der „Österreichischen Naturparkschule“ wird in Österreich bereits seit dem Jahr 2008 mit großem Erfolg und Engagement umgesetzt. Es hat sich in den wenigen Jahren seines Bestehens als ausgesprochen erfolgreiches und nachhaltiges Modell der Zusammenarbeit zwischen Naturpark, Gemeinde und Schule bewährt. Das Prädikat „Naturparkschule“ oder „Naturparkkindergarten“ erhalten jene Bildungseinrichtungen der Naturpark-Gemeinden, welche ihr Leitbild an die vier Aufgabensäulen eines Naturparks (Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung) anpassen und unter Berücksichtigung der Besonderheiten des jeweiligen Naturparks gemeinsame Lehr- und Lernziele definieren.

Durch gemeinsame Projekte, Exkursionen und interaktives Lernen in der Natur, soll die jeweilige Schutzregion für die Kinder greifbar und lebendig werden. Denn „nur was man kennt, kann man schätzen. Und nur was man schätzt, wird man schützen!“

Naturparkschule oder -Kindergarten sein, bedeutet eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Naturpark, Schule und Gemeinde. Es ist etwas ganz Besonderes, denn die Schule kann dabei das Bildungszentrum des Naturparks werden (mit Projekten, PädagogInnen- und Elternweiterbildung,…). Damit gewinnt die Schule an Bedeutung in der Region. Für die Gemeinde und den Naturpark ist die Naturparkschule ein wesentlicher Punkt des Bildungsauftrages aber auch ein hervorragendes Instrument zur Identifikation der Bevölkerung mit dem Naturpark.

Im Burgenland gibt es in den 6 Naturparken derzeit 29 Naturparkschulen und 8 Naturparkkindergärten. Österreichweit gibt es mit Stand Jänner 2021 136 Naturparkschulen und 59 Naturparkkindergärten.

Wer mehr über die österreichweiten Kriterien und Aktivitäten erfahren möchte, kann sich auf der Webseite des VNÖ (Verband der Naturparke Österreichs) umschauen: Schulen & Kindergärten | Naturparke

Im Naturpark Rosalia-Kogelberg gibt es bereits 5 Naturparkschulen und 3 Naturpark Kindergärten:

Volksschule Draßburg

Anschrift: Schulgasse 1, 7021 Draßburg
Tel.: 02686 / 23 98
E-Mail: vs.drassburg@bildungsserver.com
Webseite: http://www.volksschule-drassburg.at

Volksschule Loipersbach

Anschrift: Badstraße 3, 7020 Loipersbach
Tel.: 02686 / 75 00
E-Mail: vs.loipersbach@bildungsserver.com
Webseite: Volksschule – Gemeinde Loipersbach

Volksschule Schattendorf

Anschrift: Kirchenplatz 1, 7022 Schattendorf
Tel.: 02686/2123
E-Mail: vs.schattendorf@bildungsserver.com
Webseite: www.bildungsserver.com/schulen/vsschattendorf

Volksschule Sieggraben

Anschrift: Untere Hauptstaße 17, 7223 Sieggraben
Tel.: 02621 / 28 43
E-Mail: vs.sieggraben@bildungsserver.com
Webseite: www.sieggraben.at/index.php?article_id=41

Volksschule Forchtenstein

Anschrift: Hauptstaße 89, 7212 Forchtenstein
Tel.: 02626 / 63 154
E-Mail: vs.forchtenstein@bildungsserver.com
Webseite: www.volksschule-forchtenstein.at

Kindergarten Sieggraben

Anschrift: Untere Hauptstraße 2, 7223 Sieggraben
Tel.: +43 2621/2527
E-Mail: kindergartensieggraben@gmx.at

Kindergarten Rohrbach

Anschrift: Hauptstraße 9, 7222 Rohrbach bei Mattersburg
Tel.: 02626 / 65802
E-Mail: kindergarten.rohrbach@gmail.com

Kindergarten Draßburg

Anschrift: Schulgasse 1, 7021 Draßburg
Tel.: 02686 / 2397
E-Mail: kindergarten_drassburg@bnet.at

Naturschutz zum Anbeißen – Kinderkochbuch der Volksschulkinder Sieggraben

Ein tolles Beispiel für die Früchte der Arbeit der Naturparkschulen sowie der Naturschutzarbeit im Sinne von „Nützen ist Schützen“ ist das Kinderkochbuch „Wir strudeln durch Sieggraben“. Es wurde im Rahmen des EU-Projektes „Naturerlebnis Sieggrabener Kogel“ von der Gemeinde mit den Volksschulkindern der 3. Klasse erarbeitet und enthält Rezepte, deren Zutaten zum Teil auf den Sieggrabener Streuobstwiesen wachsen und geerntet werden können. Die Wissensvermittlung rund um das Thema Lebensräume, Arten- und Sortenreichtum, Pflege, Anlage und Erhaltung der Streuobstwiesen wird so in diesem Projekt direkt greif- und genießbar.

Noch auf der Suche nach einem guten Rezept? Das Kochbuch gibt es hier zum Download, damit sich jeder im Naturpark an den tollen handgeschriebenen Rezepten erfreuen kann!

DAS PROJEKT NATURKALENDER:

NATURPARKSCHULEN ALS FORSCHUNGSSTATIONEN FÜR KLIMAWANDEL UND BIODIVERSITÄT

Bereits im dritten Jahr beobachten die jungen KlimaforscherInnen inzwischen ihre Naturkalender!

Anhand von Blüte und Fruchtreife werden die Temperaturentwicklungen und Wetterereignisse genau beobachtet und notiert bzw. in eine App eingegeben. Unterstützt durch diese App und durch spezifischen Materialien werden die Kinder zu Klima- und Biodiversitätsforschern, die mit ihren Beobachtungen sogar eine Grundlage für die Klimaforschung in der Region, aber auch international liefern. „Mit dem vorliegenden Projekt werden die Schülerinnen und Schüler zu Hecken- und Biodiversitätsexperten, sie lernen die Pflanzenwelt in der eigenen Region so genau kennen wie kaum ein anderer. Gleichzeitig werden sie an das Thema Klimawandel herangeführt und können letztendlich frühzeitig Veränderungen erkennen. Diese Sensibilisierung ist enorm wichtig, damit die nächste Generation die Verantwortung für unsere sensiblen Ökosysteme auch übernehmen kann“, so Natur- und Umweltschutzlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf.

Unsere Natur fährt Hochschaubahn

Einmal Frühling mitten im Winter, dann wieder Kälteeinbrüche bis in den Mai und ein unverkennbarer Trend zur immer zeitigeren Naturentwicklung. Für Landwirte, Imker, Ökologen und Erholungssuchende wird es immer wichtiger zu wissen, wann die Pflanzen zu blühen und zu fruchten beginnen, oder wann die Tiere aktiv sind. Die sogenannte Phänologie untersucht dabei Zusammenhänge zwischen dem saisonalen Zyklus von Pflanzen und Tieren mit der Witterung. Vor allem Pflanzen wirken hierbei als sehr empfindliche Messinstrumente der bodennahen Atmosphäre und reagieren mit zunehmend früherer Blüte oder Fruchtreife unmittelbar auf die „verrückte“ Temperaturentwicklung der letzten Jahre.

Mitforschen, wie sich der Klimawandel auf Tiere und Pflanzen auswirkt

An alle vier teilnehmenden Schulen und zwei Kindergärten des Naturparkes wurde je eine „10-Jahreszeiten-Hecke“ geliefert. Diese besteht aus zwölf Gehölzarten und wurde direkt auf den Schulgeländen gepflanzt. So kann deren phänologische Entwicklung jederzeit und ohne viel Aufwand im Rahmen des Schulalltages beobachtet werden. Mit der bereits verfügbaren App „Naturkalender-Österreich“ können die SchülerInnen die Heckenpflanzen, sowie dutzende, für die Naturparkregionen typische Tier- und Pflanzenarten fotografieren und auch direkt eintragen, in welcher Entwicklungsphase sich diese gerade befinden. Wenn man das regelmäßig macht, erkennt man bald, wie sich der Klimawandel auf Tiere und Pflanzen auswirkt und welche Zusammenhänge es zwischen der jährlichen Witterung und der biologischen Vielfalt gibt. Hierzu Bildungsdirektor Mag. Heinz Josef Zitz: „Der stetige Klimawandel hat immer größere Auswirkungen auf unseren Lebensraum und wird zunehmend zur Bedrohung für Natur und Mensch. Es ist daher unsere Aufgabe als Erwachsene dafür zu sorgen, dass unsere Kinder sowie viele weitere nachkommende Generationen auch in Zukunft die Erde lebenswert vorfinden. Die Bewusstseinsbildung für unser Klima und unsere Umwelt ist mir daher hier ein wesentliches Anliegen.“ Jede Beobachtung der SchülerInnen und Schüler, die sie auf den Schildern bei den Hecken, in der App und im Klassenkalender dokumentieren und jedes Foto liefert dabei einen wertvollen Beitrag für die Natur- und Klimaforschung im Burgenland, in Österreich und der ganzen Welt! Denn die Beobachtungen fließen in die europäische phänologische Datenbank ein, die von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik betreut wird. Damit werden sie für KlimaforscherInnen auf der ganzen Welt nutzbar.

Bildung für nachhaltige Entwicklung der Alpen

Das Projekt ist Teil des INTERREG-Projekts „YOUrALPS“, dessen Ziel ist, das Bewusstsein für die nachhaltige Entwicklung bei den jungen Menschen in der Alpenregion zu steigern. „Zwölf Projektpartner aus fünf Alpenstaaten arbeiten gemeinsam an einem neuen Modell für sogenannte ‚Mountain-Oriented-Education‘, um vorhandenes Wissen und Praktiken in den alpenweiten Bildungslandschaften zu verankern. Was besonders erfreulich ist, dass wir mit dem Naturpark Rosalia-Kogelberg eine internationale Pilotregion sind. Das Projekt soll letztendlich bis nach Frankreich umgesetzt werden“, so Mag. Harald Horvath, Geschäftsführer des Regionalmanagement Burgenland.

Pressefotos zum Download

Bildtext: Natur- und Umweltschutzlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf, Bildungsdirektor Mag. Heinz Josef Zitz, Mag. Harald Horvath, Geschäftsführer des Regionalmanagement Burgenland, Bgm. Ing. Andreas Gradwohl, und die SchülerInnen bzw. PädagogInnen der VS Sieggraben pflanzten zum Start des Projekts „Naturkalender“ eine „10-Jahreszeiten-Hecke“

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 30. April 2018

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